Glögglifrosch

 
Perlenkette am Elbisberg (Projekt mit dem Basellandschaftlichen Natur- und Vogelschutzverbandes BNV)
 
Die Glögglifroschpopulationen (Geburtshelferkröte) in der Schweiz sind abnehmend und in den letzten 25 Jahren sind fast 50% der bekannten Populationen ausgestorben. Die noch vorhandenen Populationen zeigen einen Trend zu kleinen Rufchören als noch vor 20 Jahren.
 
Im Gebiet um den Elbisberg gibt es mehrere Glögglifroschpopulationen. Am Fuss des Elbisbergs Richtung Liestal rund um das Uetental bis  zur Deponie Elbisgraben wurden in den letzten vier bis fünf Jahren an sechs Standorten RuferInnen gehört. Auf der nordwestlichen Seite des Elbisbergs, also Richtung Füllinsdorf, wurden an fünf Standorten RuferInnen gehört. Diese beiden Populationen sollen im Projekt " Perlenkette am Elbisberg" vernetzt und gestärkt werden.
 
Die Ziele des Projektes sind:
  • Stärkung der Glögglifroschpopulation am Elbisberg
  • Waldrandaufwertung und Erhöhung der Lebensraumvielfalt
  • Föderung der Biodiversität: Ein Weiher erhöht die umliegende Insektendichte enorm, damit steigt auch das Nahrungsangebot für diverse Vögel, Reptilien und Amphibien, was die Artenvielfalt von Flora und Fauna erhöht.

Bau

Am 29. Februar 2024 konnte mit dem Aushub der 4 Weiher (3 in Füllinsdorf und einem Weiher auf Liestalerboden im Uetental) begonnen werden. Die Planung und Umsetzung wurde vom Büro Götz aus Liestal ausgeführt unter der Führung des BNV (Basellandschaftlicher Natur- und Vogelschutzverband) mit Unterstützung des Natur- und Vogelschutzvereins Füllinsdorf, den Bürgergemeinden Füllinsdorf und Liestal und den zuständigen Forstrevieren. Da mit der Aufwertung verschiedene Strukturen geschaffen wurden, birgt das Projekt grosses Potenzial zur Förderung vieler Tier- und Pflanzenarten. Um solche Eingriffe umzusetzen, braucht es zum Teil grosse Eingriffe (Holzschlag, Aushub, etc.) und wird oft kritisch hinterfragt, ob dies nötig sei. Langjährige Erfahrungswerte zeigen auf, dass schon innert kurzer Zeit nach Erstellung der Naturprojekte die Artenvielfalt zunimmt und die Biodiversität gefördert wird. Wir möchten uns bei allen involvierten Parteien herzlich für die gelungene Umsetzung des Projekts bedanken und sind gespannt auf die kommende Entwicklung. Wir hoffen, dass auch die Bevölkerung bei einem Spaziergang die Vielfälltigkeit der neuen Weiher entdecken und erleben können.

Text aus dem Amtsblatt Füllinsdorf vom 5. April 2024

Erste Kartierungen im 2025 und Pflegeeinsatz

Die Weiher haben sich nach der Entstehung anfangs März 2024 gut entwickelt und waren dank dem nicht allzu heissen Sommer nie ausgetrocknet. So waren wir gespannt, als wir im April zum ersten Mal (und danach noch im Mai und Juni) beim Eindunkeln die 3 Weiher kartierten , ob bereits Froschlaiche resp. Kaulquappen der Frühlaicher wie Grasfrosch und Erdkröte zusehen waren. Tatsächlich waren in allen 3 Weihern mehr oder weniger davon vorhanden, wobei der Hümpeliweiher bei den Erdkröten-Kaulquappen und den vielen Bergmolchen sich von den anderen beiden Weiher abhebte. Wir freuten uns sehr darüber! Unglaublich, wie schnell die Natur neue Lebensräume annimmt!

Die Daten der drei Zählungen wurden bei der Onlineplattform von KARCH (Koordinationsstelle für Amphibien und Reptilien Schweiz)  registriert. Auch der Glögglifrosch hat beim Langmattweiher und beim Uetentalweiher gerufen!

Ebenfalls im diesem Jahr haben wir neben der Kartierung mit dem Ausreissen der aufkommenden Brombeeren bei den Weihern begonnen, bevor sie gross sind und alles wieder überwuchern. Diese Arbeiten werden uns auch in den nächsten Jahren begleiten. Bei der Pflege der Weiher lassen wir uns durch Céline Evéquoz vom Ingenieur Büro Götz fachlich beraten und besprechen auch die notwendigen Arbeiten.  Bei grösseren Eingriffen arbeiten wir mit dem Forst zusammen. 

So freuen wir uns bereits wieder auf den kommenden Frühling 2026 und sind gespannt, was wir alles entdecken werden.